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Der Ökologische Fußabdruck

Der Ökologische Fußabdruck (Ecological Footprint) ist ein Indikator, der anzeigt, wie viel Biokapazität ein Mensch im Laufe seines Lebens verbraucht. Dabei werden sowohl Ernährungsgewohnheiten als auch Kleidung, Wohnen und Abfallentsorgung berücksichtigt. Diese Daten werden hochgerechnet und mit der produktiven Fläche verglichen, die weltweit zur Verfügung steht. Somit erhält man ein realistisches Bild davon, wie umweltverträglich die eigenen Lebensgewohnheiten sind. In weiterer Folge ist es auch möglich, den Footprint einzelner Städte, Nationen sowie schließlich den der ganzen Welt zu ermitteln.

Anhand der vorliegenden Daten wurde ermittelt, dass der zentralafrikanische Staat Malawi (HDI-Rang 2010: 153) den kleinsten Fußabdruck besitzt, die Vereinigten Arabischen Emirate (HDI-Rang 2010: 32) den höchsten. Allgemein lässt sich feststellen, dass die Menschheit regenerative Ressourcen zu schnell verbraucht: Man geht davon aus, dass jedem Menschen 2,1 globale Hektar zur Verfügung stehen, um CO2-Emissionen freizusetzen, Abfälle zu entsorgen und Ressourcen zu beschaffen, die für das tägliche Leben notwendig sind. Der durchschnittliche Fußabdruck (weltweit) liegt derzeit jedoch bei 2,7 globalen Hektar. Dieses als Overshoot bekannte Problem zu lösen, wird wohl eine der zentralen Aufgaben des 21. Jahrhunderts sein. Schon jetzt äußert sich der Overshoot in Form von Klimawandel, Bodenerosion, Überfischung, Zerstörung der Regenwälder...

Wir wissen leider nicht, wie sich der ökologische Fußabdruck in den nächsten Jahrzehnten entwickeln wird, doch angesichts der heutigen Prognosen bezüglich Wachstum der Weltbevölkerung und wirtschaftliche Entwicklung der Schwellenländer gibt es derzeit wenig Grund zum Optimismus. Bis 2050 sollen mehreren Schätzungen zufolge deutlich über 9 Mrd Menschen auf der Erde leben. Das wäre ein Wachstum von 25% innerhalb von vier Jahrzehnten! Es ist also unvermeidbar, schon jetzt sowohl durch kleine als auch durch größere Projekte Maßnahmen durchzusetzen, um die Entwicklung des Ressourcen-Verbrauchs zu bremsen. Schließlich verhält es sich mit den Ressourcen wie mit Geld: Solange man genügend davon hat, achtet man nicht besonders darauf. Sobald es aber knapp wird, müssen wir unseren Lebensstil überdenken und darunter leidet auch die Lebensqualität.

Trotz dieser düsteren Prognosen gibt es noch Hoffnung, dass wir Menschen das Problem Overshoot in den Griff bekommen. Mögliche Maßnahmen, die getroffen werden müssen, sind z.B.

  • Verringerung des Fleischkonsums: Die Produktion von Fleisch ist wasser- und energieintensiv. Darüber hinaus werden für den Anbau von Futtermitteln landwirtschaftliche Flächen benötigt, die man zum Anbau von Nahrung für den Menschen verwenden könnte. Derzeit wächst der weltweite Fleischkonsum, obwohl er in den Industrienationen rükläufig ist. (Quelle: Vegetarismus.ch - Ökologische Folgen des Fleischkonsums)
  • die Förderung erneuerbarer Energien: Der Förderhöhepunkt von Öl könnte bereits im Jahr 2020 erreicht sein. Spätestens dann wird man sich fragen müssen, wie wir mit sinkenden Fördermengen umgehen können (siehe dazu: peakoil.net). Schon jetzt müssen Mineralölfirmen in immer gefährlichere und sensiblere Gegenden ausweichen, um dort nach bisher unentdeckten Erdölvorkommen zu suchen. Dass in diesem Rausch die Sicherheit oftmals außen vor gelassen wird, zeigten beispielsweise die BP-Tragödie von 2010 oder die Tatsache, dass Shell aufgrund von Versäumnissen bei der Planung im Jahr 2013 keine Bohrungen in der Arktis vornehmen wird.
  • Der Überfischung entgegenwirken: Bereits heute sind 80 Prozent der Fischbestände überfischt. Wenn die Konsumenten nicht handeln, werden die Meere spätestens in vier Jahrzehnten leergefischt sein. (siehe dazu: diepresse.com - Meere in 30 bis 40 Jahren leergefischt )
  • Abholzung der Regenwälder stoppen! Die Bäume der Regenwälder können bis in etwa 800 Tonnen CO2 pro Hektar speichern. (siehe dazu: Research Paper: Endangered Species - Rainforests (5.2.1)). Durch die Abholzung können die Wälder nicht nur weniger Emissionen speichern, das gespeicherte Kohlendioxid wird in die Atmosphäre freigesetzt. Die CO2-Emissionen werden im ökologischen Fußabdruck miteinbezogen.
  • Durch Aufklärung ein zu schnelles Bevölkerungswachstum verhindern!

Bitte helfen auch Sie mit, vor Ressourcenknappheit zu warnen, denn leider geht das Problem "Overshoot" angesichts der vielen sozialen Konflikte oft unter. Die Fakten - sofern nicht anders angegeben - wurden dem Buch "Der Ecological Footprint - Die Welt neu vermessen" von Mathis Wackernagel und Bert Beyers entnommen (Europäische Verlagsanstalt - 1. Auflage 2010).

Seite zuletzt bearbeitet am: 16.08.2013 14:56:20


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