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[Was Sie tun können] | [Kritik am MSC-Siegel] | [Beifang & Fangmethoden] | [Beispiel: Thunfisch] | [Piratenfischerei] | [Folgen für das Ökosystem] | [Garnelenzucht] | [Lachszucht] | [Nilbarsch-Fischerei am Viktoriasee] | [Fazit] FischereiDie Überfischung ist ein bekanntes Problem. Dabei wäre es so einfach etwas gegen die massive Industriefischerei zu unternehmen - auch wenn man kein Vegetarier ist. Ich habe jetzt ein paar Punkte aufgelistet, die man beim Fischkauf beachten sollte:
Vorsicht! Immer wieder tauchen Irrglauben auf, was den nachhaltigen Fischfang betrifft.
Beifang, Fangmethoden etc.Wer 100g Shrimps isst, tötet 1kg anderer Meeresbewohner? Ja, es ist tatsächlich so: Auf jedes Kilo Shrimps werden 10 Kilo Beifang getötet. Andere Quellen sprechen von 11, ja sogar von 15kg ungewolltem Fang pro Kilo. Aber wie kommt diese gigantische Zahl zustande?
Bitte unterstützen Sie die Kampagne "Deadline 2048", indem Sie einen ihrer Banner in Ihre Hompepage aufnehmen! Beispiel ThunfischIch möchte Ihnen nun am Beispiel des beliebten, aber leider auch bedrohten Thunfisch erklären, welche Folgen die industrielle Fischerei für die Fauna des Meeres hat. Greenpeace veröffentlichte dazu am 24.5.2006 einen Bericht ("Gestopfter Thunfisch aus dem Mittelmeer"). Den Originalbericht finden Sie hier Ich habe für Sie das Wichtigste zusammengefasst: Der Blauflossenthunfisch kann eine Länge von bis zu zwei Metern und ein Gewicht von 700 kg erreichen. Er ist wie zum Beispiel auch der Aal ein Wanderfisch. Aufgrund seiner Schnelligkeit kann er die Strecke Europa - Amerika in wenigen Wochen schaffen, jährlich legt er mehrere tausend Seemeilen zurück. Doch genug vom Allgemeinen:
32.000 Tonnen - das ist die Quote für den östlichen Bestand des Blauflossenthunfischs. Das Mittelmeer wird zu dieser Quote dazu gerechnet. Dennoch: Die Quote ist laut Greenpeace um 20 Prozent zu hoch. Nur mit einer drastischen Senkung der Quote und mit der Errichtung von weitflächigen Schutzzonen, die global vernetzt sind, könne man den Bestand auch für künftige Generationen sichern. So müsse auch die Zone rund um die Balearen geschützt werden, um den Thunfischen zumindest ihre Laichplätze zu lassen. Offenbar zu viel verlangt. Greenpeace fordert daher:
Denn erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen, werdet Ihr feststellen, dass man Geld nicht essen kann. Indianersprichwort PiratenfischereiAls Piratenfischerei bezeichnet man illegalen Fischfang, also Wilderei auf hoher See. Piratenfischer holen keine Lizenz ein, halten sich demnach nicht an Quoten und beuten die Meere quasi nach Belieben aus. Um Kontrollen zu umgehen, sind die Trawler meist in abgelegenen Gebieten unterwegs, oder in Gewässern von Ländern, denen es an finanziellen Mitteln für die effektive Kontrolle von Fischern fehlt (z. B. in Westafrika). Vor allem in den ärmeren Gegenden führt Piratenfischerei auch zu sozialen Problemen: In Entwicklungsländern leben besonders viele Menschen vom Fischfang. Industrielle Flotten überfischen die Bestände allerdings so stark, dass für die lokalen Fischer kaum mehr etwas übrig bleibt. Die Erträge sinken also, die wirtschaftliche Lage der armen Bevölkerung verschlechtert sich weiter und die großen Konzerne aus den USA, der EU und Asien reiben sich die Hände. Es wird geschätzt, dass die illegalen Fänge weltweit bis zu 30% der gesamten Fangmenge ausmachen (Quelle: Youtube - Fischfang Raubbau Faszination Wissen 1/3 15.11.2009 (Minute 7:47)).Folgen für das ÖkosystemUnselektiver Fischfang wirkt sich nicht nur auf die unmittelbar betroffenen Arten aus, sondern hat einen großen Einfluss auf das gesamte marine Ökosystem. So bewirkt Überfischung beispielsweise die Zerstörung von Korallenriffen. Ein weiteres Beispiel ist die Entstehung von Totzonen (hypoxische Zonen): In manchen Meeresgebieten ist die Sauerstoffkonzentration so gering, dass Leben dort kaum mehr möglich ist. Eine Ursache dafür ist der intensive Fang kleiner Schwarmfische (z.B. Sardinen), die eigentlich überschüssige Algen aus dem Meer filtern sollten. Wenn diese Konsumenten fehlen, sinken die Algen auf den Meeresgrund und setzen dort Schwefelwasserstoff frei und führen dadurch zu einer geringeren Sauerstoffkonzentration. (Quelle: Taras Grescoe: "Der letzte Fisch im Netz", S. 249, 2008)Beispiel: Garnelenzucht in Süd- und Südost-AsienGarnelen (Scampi, Shrimps...) erfreuen sich bei uns immer größerer Beliebtheit und werden z.B. in Fastfoodketten zu Schleuderpreisen angeboten. Tatsächlich sind diese Krebstiere industriell produzierte Massenware, die zum Großteil aus Entwicklungs- und Schwellenländern in Süd- und Südost-Asien stammt (v.a. aus China, Indien, Vietnam, Thailand und Sri Lanka).Diese riesigen Aquakulturen haben verheerende Auswirkungen, nicht nur auf die Ökosysteme, sondern auch auf das Leben der Bevölkerung. Zunächst werden für die Errichtung der Farmen Mangrovenwälder abgeholzt. Diese tropischen Bäume sind aber einzigartige Lebensräume für zahlreiche Arten und beschützen Küsten darüber hinaus vor Flutwellen und Stürmen. So waren die Auswirkungen des Tsunamis 2004, der weite Teile Indiens und Sri Lankas in Schutt und Asche gelegt hat, geringer, wo Mangroven die Küstenabschnitte beschützten. Des Weiteren wird für die Fütterung der Garnelen Fischmehl benötigt, also Fischpulver, für das industrielle Trawler die Meere durchkämmen. Man braucht rund 2kg Fischmehl, um ein Kilo Garnelen produzieren zu können. Damit ist auch das Argument der Farmer-Lobby entkräftet, wonach intensive Aquakultur notwendig sei, um die Welternährung zu sichern. Diese Behauptung ist schon allein deswegen völliger Unsinn, weil die Garnelen in die reichen Länder Europas und Nordamerikas exportiert werden. In Wirklichkeit verlieren die Bauern und Kleinfischer der Küsten ihre Lebensgrundlage, weil die verwendeten Chemikalien der Fischfarmen Böden, Flüsse und das Grundwasser vergiftet. Verwendet werden neben Antibiotika noch Pestizide und Piscizide (Fischgifte, mit deren Hilfe man invasive Arten in den Zuchtbecken abtötet). Diese Schadstoffe und Abwässer werden ungeklärt in die Flüsse geleitet und vergiften in weiterer Folge Grundwasser, Böden und auch Meeresabschnitte, wo z.B. Mangroven leben. Wegen der in vielen Ländern noch allgegenwärtigen Korruption ist es den Farmen weiterhin möglich, die Existenz der Kleinfischer und Bauern zu bedrohen, ohne mit den Behörden in Konflikt zu geraten. Für Verbraucher ist es durchaus erkennbar, ob bei der Produktion Chemikalien verwendet wurden, z.B. wenn die Ware unnatürlich riecht, schmeckt, oder eine seltsame, unnatürliche Färbung aufweist. Man muss sich außerdem bewusst sein, dass es bisher kaum Alternativen gibt. Bio-Zuchtanlagen sind leider die große Ausnahme. Lachszucht - ein Verbrechen an der UmweltNicht viel besser sieht es übrigens mit Lachszucht aus. Besonders problematisch sind die Lachsfarmen in Chile. Weite Teile der Westküste Patagoniens sind unter Schutz gestellt. Das gilt allerdings nicht für die angrenzenden Meeresfläche. Dennoch haben die Farmen, die z.T. am Rande von Schutzgebieten errichtet worden sind, einen erheblichen Einfluss auf die Umgebung. Pestizide und Antibiotika gelangen in die Umwelt, der Kot der Fische verseucht den Boden und macht Leben dort unmöglich und Parasiten und Viren breiten sich trotz der umweltschädlichen Gegenmaßnahmen rasend schnell aus, wenn es zu einem Ausbruch kommt. Dazu kommen ungeklärte Abwässer, Futterüberschüsse und anderer Abfall. All das bahnt sich dann einen Weg in die Ökosysteme und richtet dort unermesslichen Schaden an. In weiterer Folge wird der Druck auf bedrohte Arten erhöht. Ähnliche Probleme bestehen auch in vielen weiteren Staaten, in denen intensive Fischzucht betrieben wird (z.B. in Kanada oder siehe Beispiel Garnelenzucht in Asien), doch in Chile ist die Lage besonders problematisch, da das Land 1. kaum Kontrollen durchführt und 2. der wohl größte Exporteur von Zuchtlachs ist (vor Norwegen). In Norwegen hat man jedoch strengere Umweltgesetze durchgesetzt, weswegen Zuchtlachs aus Norwegen etwas teurer, jedoch auch weniger problematisch ist. In seinem Buch "Der letzte Fisch im Netz" beschreibt Taras Grescoe anschaulich die Lage in den und um die Lachsfarmen und vergleicht die Situation in Kanada, Norwegen und Chile. Er nennt auch zahlreiche Zahlen, um zu verdeutlichen, welch beängstigendes Ausmaß die industrielle Aquakultur erreicht hat. Ich verzichte bewusst auf diese genauen Angaben, da es mir persönlich vorrangig darum geht, dass SIe den Bezug von Ihrem Konsumverhalten zu sozialen Spannungen und Umweltproblemen verstehen!Über die Praktiken von "Marine Harvest", dem größten Global Player in der Lachsproduktion, informiert der Film "Lachsfieber" von Wilfried Huismann und Arno Schumann. Sie können sich den Film hier ansehen: youtube - Lachsfieber (Playlist) Beispiel: Viktoriabarsch (Nilbarsch)Der Nilbarsch wurde in den 1960er-Jahren im Viktoriasee, dem zweitgrößten See der Erde, ausgesetzt. Seitdem verändert er das Leben in und rund um den See dramatisch: Die neue Fischart konnte sich rasend schnell vermehren und da es sich beim Viktoriabarsch um einen Raubfisch handelt, verdrängte er die meisten ursprünglich heimischen Arten aus dem See. Dadurch wurde das sensible ökologische Gleichgewicht zuerstört: Wie durch den Film "Darwins Alptraum" von Hubert Sauper bekannt wurde, verschwanden seit dem wissenschaftlichen Experiment, mit dem die Katastrophe begann, 210 Arten von Cichliden (Buntbarschen). Cichliden sind für das Ökosystem jedoch von großer Bedeutung, da sie Algen fressen und somit verhindern, dass der Sauerstoffgehalt sinkt. Angesichts der dramatischen Entwicklung im Viktoriasee muss man jedoch damit rechnen, dass die Fischerei früher oder später zusammenbricht und der See bald endgültig zu einer Totzone wird.Doch die Einführung des Nilbarsches führte nicht nur zu ökologischen, sondern auch zu sozialen Problemen. Der Fisch wird fast ausschließlich nach Europa, Amerika und Japan exportiert. Für die Einheimischen bleibt von ihrem Ertrag nichts übrig, obwohl Hungersnöte in Ostafrika häufig sind. Weil die Fischer für Hungerlöhne arbeiten müssen, sehen sich viele Frauen gezwungen, sich zu prostituieren und werden nicht selten Opfer von Gewaltverbrechen. Es profitieren wie so oft nur die großen Konzerne und dennoch wird die Fischerei am Viktoriasee von EU und Weltbank unterstützt. Der Film "Darwins Alptraum" (Original: "Darwin's Nightmare") erhebt sogar den Vorwurf, dass die Frachtflugzeuge, die mit Fisch beladen wieder in den Norden fliegen, mit Waffen an Board ankommen. Der Flughafen von Mwanza, einem Fischerort in Tansania, soll aufgrund der mangelnden Sicherheitsvorkehrungen Drehscheibe für den Waffenhandel sein. Fazit: Industrielle Fischerei und ihre AuswirkungenDie angeführten Beispiele (Garnelenzucht in Indien, Lachszucht in Chile, Fischerei am Viktoriasee) sollen zeigen, wie unsere Gier nach Fisch mitverantwortlich für soziale und ökologische Katastrophen ist. Dieser Entwicklung kann nur Einhalt geboten werden, wenn Fisch von unserer Gesellschaft als wertvolle Ressource anerkannt anstatt als billiges Massenprodukt gesehen wird. In jedem Fall muss der Fischkonsum verringert und nachhaltige Fischereien gefördert werden, um Arterhaltung zu gewährleisten.In der Galerie - Rotes Meer finden Sie Bilder aus einem geschützten Meeresabschnitt. Hier bleibt die Natur sich selbst überlassen! Bitte unterstützen Sie die Kampagne "Deadline Online", indem Sie einen der folgenden Banner auf Ihre Website setzen! ![]() Logos und Banner © by www.deadline-online.net
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