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Pelz

Die Zucht von Pelztieren ist in Österreich seit 1998 verboten. Großbritannien folgte dem Beispiel zwei Jahre später durch die Verabschiedung des "Fur Farming Prohibition Acts". In der Schweiz sind Pelzfarmen zwar nicht ausdrücklich verboten, jedoch gibt es sehr hohe gesetzliche Anforderungen, weswegen der letzte Betrieb bereits geschlossen wurde. Auch in weiteren europäischen Ländern sind die Farmen bereits verboten oder es laufen Übergangsfristen. Wie der VgT (Verein gegen Tierfabriken) berichtet, sollen bald auch in Italien und Estland entsprechende Gesetze verabschiedet werden.

Diese Entwicklung ändert jedoch nichts daran, dass Pelze auch in diese Länder weiterhin importiert werden dürfen. Die EU erließ bis dato Gesetze, die lediglich die Einfuhr von Hunde-, Katzen- und Robbenfellen verbieten. Pelze anderer Tierarten dürfen in Europa weiterhin gehandelt und - außer in den oben genannten Staaten - produziert werden. Das führt unweigerlich dazu, dass die Zucht von Pelztieren in Staaten wie China, wo es noch immer kein Tierschutzgesetz gibt, boomt. Doch auch in europäischen Betrieben ist die Situation für Nerz, Fuchs, Chinchilla und Co nur unwesentlich besser.

Das größte Problem stellen die Käfige dar, die es den Tieren unmöglich machen, ihre natürlichen Lebensgewohnheiten auszuleben. So sind Nerze beispielsweise ausgezeichnete Schwimmer und verwenden ihre scharfen Krallen zum Graben von Bauten. In Gefangenschaft werden die normalerweise einzelgängerisch lebenden Tiere jedoch so zusammengepfercht, dass jegliche Form der Bewegung ausgeschlossen ist. Auch die Gitter der Käfige, an denen sich die Tiere festkrallen müssen, stellen ein Problem dar, ganz zu schweigen von der Tatsache, dass Nerze in freier Wildbahn auf Artgenossen ausgesprochen aggressiv reagieren, während sie in den Käfigen ihr ganzes Leben auf engstem Raum mit anderen Tieren verbringen müssen. Obwohl diese Art aus eben genannten Gründen für diese Art der Zucht ausgesprochen ungeignet ist, wird sie am häufigsten für die Pelzproduktion verwendet: Jährlich werden 27 Millionen Nerze getötet - 70 Prozent davon entfallen auf die 8.000 europäischen Farmen. Dazu kommen 5 Millionen Füchse und etwas weniger Chinchillas, Hunde und Katzen.

Diese hohen Zahlen kommen zustande, weil für einen einzigen Mantel - je nach Art - zwischen 12 und 100 Tiere ihr Leben lassen müssen. Genauer gesagt sterben für einen Fuchsmantel 15 - 20, für einen Nerzmantel 30 - 60 und für einen Mantel aus Eichhörnchenfell bis zu 100 Tiere.

Immer wieder machen Tierschutzorganisationen wie der VgT gegen Pelz mobil. So organisiert diese Organisation beispielsweise regelmäßig Kundgebungen vor Filialen der Bekleidungskette "Kleider Bauer", die Pelzprodukte in ihrem Sortiment führt. Am 13.2.2012 erregte der VgT Aufsehen, als sich sechs Aktivisten 15 Minuten lang bei Eiseskälte nackt in einen Käfig vor der chinesischen Botschaft in Wien sperrten, um auf die Missstände aufmerksam zu machen (vgl. animalright.org - News). Anti-Pelz-Kampagnen sind bereits vor mehreren Jahrzehnten entstanden, Tierfelle wurden in der Folge immer weniger modern. Heute kommen sie jedoch wieder in Mode und zwar insbesondere in Form von Krägen, Hauben, oder Quasten. Hinzu kommt, dass Pelz mittlerweile auch leistbarer geworden ist, aber dennoch weiterhin als Statussymbol angesehen wird. Einem auf RTL Online veröffentlichten Bericht zufolge soll echter Pelz mittlerweile sogar oft günstiger angeboten werden als Kunstpelz. Der Preis kann also nicht immer als verlässlicher Indikator für Imitate herangezogen werden. Falls Sie unsicher sind, fragen Sie im Geschäft nach! Es gibt auch eine Reihe kleiner Tricks, die Sie anwenden können, um Echtpelz zu enttarnen, siehe dazu: helpster.de - Ist der Pelz echt? - So erkennen Sie es.

Pelz erfreut sich also wieder recht großer Beliebtheit - trotz z.T. günstigerer und ethisch vertretbarerer Alternativen. Wem Fell auf Kleidungsstücken gefällt, kann zwar auf Kunstpelz zurückgreifen, doch es besteht die Gefahr, dass dadurch auch die Nachfrage nach echtem Pelz steigt, denn schließlich geben die Konsumenten die Modetrends vor. Weiters kann es auch immer wieder zu Verwechslungen kommen, denn leider lässt sich Echtpelz von Kunstpelz nicht mehr rein anhand des Preises unterscheiden (siehe oben). Dass in Europa der Trend in Richtung Verbot von Pelzfarmen zeigt, ist zwar erfreulich, aber nicht ausreichend, da bei entsprechender Rentabilität die Farmen in andere Staaten wie z.B. nach China ausgelagert werden, wo die Standards u.U. noch niedriger sind. Selbst wenn Europa im Kampf gegen die Pelzindustrie eine Vorreiterrolle übernimmt, ist den Tieren nur dann geholfen, wenn auf globaler Ebene die Menschen über die Qualen aufgeklärt werden, die Tiere in Pelzfarmen zu erleiden haben.

Seite zuletzt bearbeitet am: 21.12.2013 18:45:07


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