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Vegetarismus und Veganismus

Derzeit werden weltweit pro Jahr in etwa 300 Millionen Tonnen Fleisch produziert (siehe dazu auch: WWF - Fleischfrage, zuletzt zugegriffen am 15.8.2013). Tendenz: weiter steigend. Doch was ist jetzt das Schlimme an dem Ganzen? Die Tiere werden doch extra dafür gezüchtet, oder?

1. Massentierhaltung

In Österreich leben über 99% der Schweine in Massentierhaltung, 95% der Kühe müssen ihr Leben lang angebunden im Stall stehen und dürfen weder im Sommer noch im Herbst hinaus auf die Weide. (Quelle: "Tierschutz konsequent - Fleisch, ein Stück Lebenskraft?", VGT) Die Tiere können sich nicht umdrehen, haben keine Beschäftigung, liegen aus Platzmangel teilweise übereinander. Selbst das Hinlegen ist für die Schweine ein Problem. Der Vollspaltboden ist fast überall verbreitet. Vollspaltboden bedeutet, dass die gesamte Auftrittsfläche von Spalten durchzogen ist. Das hat den "Sinn", dass der Harn und der Kot, der von den Tieren durchtreten wird, leichter abrinnen kann und die Arbeit des Züchters erleichtert. Stroh wird dabei nicht verwendet, denn das würde die Spalten verstopfen. Die Folgen des harten, mit Exkrementen bedeckten Bodens sind Entzündungen und Wunden an Gelenken und Haut. Auch Rindern geht es nicht viel besser. Ebenso wie die Schweine haben sie durch die scharfen Kanten an Gelenksschäden u. ä. zu leiden. Einen Lichtblick gibt es für die österreichischen Hühner in Käfighaltung: Ab dem 1. Jänner 2009 sind Legebatterien in Österreich verboten. Jedoch hat auch das einen Haken: In anderen EU-Ländern dürfen Hühner bis 2012 in Käfigen gehalten werden. Auf Grund des höheren Preises von Eiern aus Bodenhaltung (1/5 teurer als Käfigeier, Freilandeier sind um ein weiteres Fünftel teurer) werden größere Gastronomiebetriebe, Fast-Food-Ketten etc wahrscheinlich Käfigeier aus anderen Ländern importieren.

Aber die Haltung ist noch nicht alles. Dazu kommen Zucht, Mast und schließlich auch Schlachtung. Bei der Zucht wird keine Rücksicht auf natürliches Verhalten genommen. Einziges Ziel ist mit möglichst wenig körperlichem und finanziellem Aufwand einen möglichst großen Erfolg zu erzielen. Meistens wird künstlich befruchtet, der trächtigen Sau werden jegliche Kontakte zu Artgenossen unterbunden, indem man sie von den anderen isoliert wegsperrt. Der Bewegungsfreiraum wird auf zwei Schritte vor und zurück eingegrenzt. Umdrehen ist selbstverständlich unmöglich. Folgen: Entzündungen, Verletzungen, Verhaltensstörungen... Eine natürliche Mutter-Kind-Beziehung wird unmöglich gemacht, denn die Ferkel werden 4 Wochen nach ihrer Geburt vom Muttertier getrennt. Normalerweise würde die Säugezeit 15 Wochen betragen. Um diese enorme Belastung halbwegs aushalten zu können, sind wiederum pharmazoitische Erzeugnisse nötig. Um dem aus Beschäftigungslosigkeit resultierenden gegenseitigen Anknabbern der Ferkel vorzubeugen, werden den Jungtieren die Ringelschwänze mit einem glühenden Messer oder einer Zange abgeschnitten. Ferner werden Ohrmarken angebracht und die Eckzähne abgeschnitten. Männliche Ferkel werden dann noch im Fließbandverfahren kastriert - ohne Nakose. Das ist alles laut Tierschutzgesetz legal - wenn die Prozedur innerhalb der ersten 7 Lebenstage von statten geht. (Quellen: www.vierpfoten.at, "Tierschutz konsequent - Fleisch, ein Stück Lebenskraft?")

Ein weiterer Höhepunkt des Tierleids ist der Transport von der Züchtungsanlage zum Schlachthof:
Zunächst werden die Tiere regelrecht in die LKWs gestopft. Wegen des Platzmangels liegen die Lebewesen sogar teilweise übereinander! In diesem Zustand werden sie stundenlang durch Europa transportiert, zum billigsten Schlachthof. Die Tiertransportverordnung der EU sieht vor, dass Schweine 24 Stunden am Stück herumgekarrt werden dürfen. Nach einer ebenfalls 24-stündigen Pause darf der Transport fortgesetzt werden. Österrich ging einen Schritt weiter: Es wurde verordnet, dass innerstaatliche Transporte nur 4,5 Stunden (mit Sondergenehmigung 8 Stunden) am Stück dauern dürfen. Man muss jedoch bedenken, dass die langen Fahrten nur einem Zweck dienen, nämlich dem Zweck der Gewinnmaximierung. Wo am billigsten geschlachtet wird, wird auch geschlachtet, egal wie weit der Schlachthof von der Zuchtanlage entfernt ist.
Hat man das Ziel dann doch endlich erreicht, werden die Tiere, die ihr Leben lang nie Tageslicht gesehen haben, mit Gewalt nach draußen getrieben. Dabei achten die Mitarbeiter des Schlachthofs nicht darauf, ob sie mit ihren Fußtritten, Schlägen, Elektroschocks etc empfindliche Körperteile wie Augen, Kopf oder Geschlechtsteile erwischen, die Hauptsache ist, dass alles schnell abgewickelt wird. Diese ungewohnte Anstrengung lässt viele Tiere zusammenbrechen. Außerdem riechen die Geschöpfe bereits das Blut, wenn sie am Schlachthof ankommen und brechen dadurch in Panik aus.

Zu guter Letzt folgt die Schlachtung. Das diese in vielen Fällen nicht so koscher ist, wie häufig behauptet, steht außer Frage. Wer wissen will, was ich damit meine: Die folgenden Filme zeigen solche Situationen. Beide Filme enthalten grausame Szenen und sollten von Menschen, die mit solchen Bildern nicht umgehen können, nicht angesehen werden.

Earthlings: engl. mit deutschen Untertiteln, behandelt neben Schlachttieren auch noch Haustiere, Kleidung, Unterhaltung/Sport, Tierversuche (Länge: ca. 1h 30min)
Meet your Meat deutsche Übersetzung (Länge: ca. 10 min)
Meet your Meat im englischen Original

Smithfield Inc, ein Hauptkonkurrent von Tyson Foods Inc, betreibt im US-Bundesstaat North Carolina das größte Schlachthaus der Welt. Dort werden pro Tag rund 32.000 Schweine geschlachtet. Angesichts dieser Menge ist es nicht verwunderlich, dass nicht nur auf das Wohl der Tiere keine Rücksicht genommen wird, auch die Arbeiter werden ausgebeutet. Sie haben häufig gesundheitliche Probleme, weil sie unter Zeitdruck arbeiten müssen und ständig mit Kot, Urin und Blut in Berührung kommen. Die Arbeiter stammen aus armen Verhältnissen und sind häufig illegale Einwanderer (meist aus Mexiko). Sie können es sich nicht leisten zu kündigen. Darüber hinaus nimmt die Immigrationsbehörde der Vereinigten Staaten jeden Tag einige Arbeiter fest, weil sie keine Arbeitsbewilligung haben. Das Unternehmen kommt ungeschoren davon und erspart sich aufgrund dieser Absprache mit der Regierung Razzien.

2. Ausbeutung der Entwicklungsländer

Laut einer Statistik der FAO (Food and Agriculture Oraganization) litten 2008 963 Millionen an Unterernährung. Eine nicht unwesentliche Rolle spielt dabei der Fleischkonsum. Je nach Quellen schwankt der Prozentsatz, des an Nutztiere verfütterten Getreides von 40-50% aller Ernten. Dabei benötigt man für 1 kg Rindfleischzuwachs 10 kg Nahrung. Das sind im Jahr 600 Millionen Tonnen Getreide.
Das bedeutet:

Tierart Nahrung pro kg Fleischzuwachs
Hühnermast 3 kg
Schweinemast 5,5 kg
Rindermast 10 kg

Aufgrund dieser Umwandlungsraten sieht es bei der Produktion von Protein ähnlich aus:

Protein / m² Anbaufläche
Sojabohnen 41 g
Reis 29 g
Mais 24 g
andere Hülsenfrüchte 22 g
Weizen 15 g
Milch 9 g
Eier 8,7 g
Rindfleisch 2 g

Laut WHO und FAO bedeutet das: Von einem Hektar Anbaufläche können 22 Menschen von Erdäpfeln, 19 von Reis, aber nur 2 von Lammfleisch und einer von Rindfleisch ernährt werden.

Damit ist aber immer noch nicht genug: Traurig sieht es auch mit dem Wasserverbrauch aus:

Wasser pro kg
Erdäpfel 500 Liter
Weizen 900 Liter
Mais 1.400 Liter
Reis 1.910 Liter
Sojabohnen 2.000 Liter
Hühnerfleisch 3.500 Liter
Rindfleisch 100.000 Liter

Würden die Menschen ihren Fleischkonsum nur um 10% verringern, könnten 100 Millionen Menschen rein pflanzlich ernährt werden! Die Zahlen stammen nicht von Tierrechtsorganistaionen, sondern von der WHO, der FAO, der USDA und von UNICEF. Die Zahlen zum Wasserverbrauch wurden von David Pimentel in der Wissenschaftszeitschrift "Bioscience" 42 97-106 veröffentlicht. Die Daten sind aus der Zeitschrift des VGT "Tierschutz konsequent - Fleisch, ein Stück Lebenskraft?" entnommen.

3. Subventionspolitik

Durch Monokultur, Technisierung, Überdüngung und hohem Pestizideinsatz kann billiger Tierfutter produziert werden, und in der Folge wird zu einem günstigerem Preis mehr Fleisch erzeugt - auf einem ohnehin schon übersättigten Markt. In diesem Fall zählt für die Firmen Quantität statt Qualität.
Diese Überschüsse müssen mit Geld von den Steuerzahlern teuer konserviert, gelagert und exportiert werden. Etwa zwei Drittel des gesamten EU-Budgets werden für Preis- und Marktunterstützung der Argrarwirtschaft verwendet. Die Überschussverwertung von Milch, Butter und Fleisch kostet jährlich über 35 Millionen Euro. Des Weiteren ergeben sich viele Folgekosten:

  • Gesundheitsschäden durch übermäßigen Fleischkonsum, wie etwa Fettleibigkeit, zu hoher Insulinspiegel, Herz-, und Kreislaufkrankheiten, Krebs... Dadurch wird unser Gesundheitssystem belastet
  • Die Kosten für Arzneimittel, Arztbehandlungen... im Falle eines Seuchenausbruchs (BSE, Vogelgrippe, Schweinepest, Schweinegrippe) oder anderen Krankheiten in Massentierhaltungsbetrieben (z.B. e.Coli).
  • Die enormen Energiekosten: Die Erzugung einer einzigen Fleisch-Eiweiß-Kalorie erfordert 78kcal fossiler Brennstoffe, die einer Soja-Eiweiß-Kalorie nur zwei. Außerdem benötigt man für ein Rind ca 300 Liter Öl (Quelle: Food Inc - Was essen wir wirklich)
  • Die enorme Umweltbelastung: Allein das kostet Österreich etwa vier Milliarden Euro geschätzt.
  • Der oben angeführte Wasserverschleiß

4. Alternativen

Eine 20-jährige Langzeitstudie des deutschen Krebsforschungsinstitues (DKFZ) hat laut der ORF-Sendung "Newton" bewiesen, dass Vegetarier nicht wie das Klischeebild zeigt, mangelernährt und ungesund sind, sondern dass sie sogar gesünder und länger leben, als Fleischesser. Den Bericht können Sie sich hier ansehen.
Auch ich habe einige Zeit gebraucht, bis es kein Opfer für mich mehr war, auf Fleisch zu verzichten. Es gibt allerdings zahlreiche Produkte, die den Fleischgeschmack zumindest zu einem Teil ersetzen. So werden zum Beispiel von der Lebensmittelkette Merkur in Österreich "Vurst", "Vleischkäse" etc von Vegavita angeboten. Ob Wurst (egal ob kalte oder warme), Leberkäse, Schnitzel...Alles ist komplett vegan und schmeckt dabei wie Fleisch. Dabei sind in diesen Produkten weder Farbstoffe, noch Aromen o.ä. drinnen. Verwendet werden lediglich natürliche Zutaten, wie Maisstärke, Soja, div. Gemüse, Kräuter, Gewürze und dazu sind die Produkte noch sehr gesund. Auch in den Reformhäusern wird Fleischersatz angeboten, auch hier gibt es von der Streichwurst über Hamburger bis zum Gyros die gesamte Palette. Über weitere Angebote in anderen Geschäften bin ich derzeit nicht informiert, aber fragen lohnt sich auf alle Fälle. Wenn ihr noch ein Produkt hier erwähnt haben möchtet, schreiben Sie mir, und ich werde das editieren.

Ihr wollt die vollständige Version der Zeitschrift "Tierschutz konsquent"? Kein Problem: HIER gibt es die komplette Zeitschrift zum Download im PDF-Format.

Mc Donald's, KFC und Co

2009 erwirtschaftete Mc Donald's einen Umsatz von fast 23 Mrd US-Dollarn. Derzeit besitzt das Unternehmen rund 31.000 Filialen rund um den Globus. Auch Kentucky Fried Chicken (KFC) konnte mit einem Umsatz von 520 Mio. US-Dollarn große Gewinne erzielen. Um diesem Kundenansturm gerecht zu werden, müssen riesige Fleischmengen von Betrieben aus aller Welt importiert werden. Daher ist es den Unternehmen unmöglich, alle Farmen, Transporte und Schlachthöfe zu kontrollieren. Man muss aber davon ausgehen, dass ein erfolgreiches Unternehmen Wert darauf legt, möglichst billig zu produzieren, damit die Produkte einem möglichst breiten Publikum angeboten werden können. Damit billig geliefert und produziert werden kann, werden die Nutztiere auf engstmöglichem Raum gehalten, bekommen minderwertiges, gentechnisch verändertes Futter und auf artgerechte Schlachtung wird kein Wert gelegt, ebensowenig auf kurze Transportwege.
Jonathan Safran Foer beschreibt die Hühnerschlachtung in einem Schlachthof, der KFC beliefert in seinem Bestseller "Tiere essen" folgendermaßen:

In einem Schlachthof in West Virginia, der KFC beliefert, wurden Arbeiter dabei beobachtet, wie sie lebenden Tieren die Köpfe abrissen, ihnen Tabaksaft in die Augen spuckten, die Gesichter mit Farbe besprühten, brutal auf ihnen herumtrampelten. Solche Vergehen wurden dutzendfach bezeugt. Und dieser Schlachthof war kein "faules Ei", sondern ein "Lieferant des Jahres".

Die Missstände betreffen nicht nur KFC, sondern im Prinzip alle großen, internationalen Nahrungsketten. Es ist schlichtweg nicht möglich, billige Ware aus artgerechter Tierhaltung in großen Mengen zu erzeugen. Auch wer in solch einem Lokal nur einen Salat oder ein Getränk bestellt, unterstützt ein Unternehmen, das für nicht in Worte zu fassendes Tierleid mitverantwortlich ist.

Noch ein Beispiel: Tyson Foods Inc ist der größte Vermarkter von Rind-, Hühner- und Schweinefleisch weltweit. 2010 wurde der Konzern von McDonald's zum "Lieferanten des Jahres" gewählt (Quelle: Meat Trade News Daily, Oct 2010).
Tyson beutet Farmer, Schlachthofmitarbeiter und Tiere gleichermaßen aus: Den Farmern verspricht der Konzern einen Kredit, dass sie neue Häuser errichten können, in denen Nutztiere in unzumutbaren Bedingungen vegetieren (siehe Massentierhaltung). Im Gegenzug werden die Farmer zu Sklaven der Firma: Sie müssen ihren Betrieb fortan den Interessen der Industrie entsprechend gestalten. Das bedeutet also, sie müssen auf eine Technik umstellen, die eine möglichst produktive Mast ermöglicht. Mit "produktiver Mast" ist hier gemeint, dass mit niedrigem finanziellen Aufwand in kurzer Zeit viel Fleisch produziert werden kann. Dass dieses System die Grundbedürfnisse der wehrlosen Lebewesen missachtet, muss an dieser Stelle wohl nicht erwähnt werden.

Veggie Day - auch für Deutschland / Österreich?

Die belgische Stadt Gent macht es vor: Jeden Donnerstag ist dort "Veggie Day". Das bedeutet, dass zum Beispiel in den Schulen und Kantinen jeden Donnerstag mehr oder sogar nur vegetarische Gerichte serviert werden; auch einige Restaurants bieten an diesem Tag besondere fleischlose Köstlichkeiten an. Das soll den Einwohnern der Stadt die vegetarische Ernährung schmackhaft machen - ganz ohne Zwang. Die Zustimmung in der Bevölkerung ist jedenfalls sehr groß, also warum kann man einen Veggie Tag nicht auch in deutschen und österreichischen Städten einführen? Ansätze dazu gibt es bereits: In dem kleinen Ort Gloggnitz (Steiermark) bieten Gasthöfe nun donnerstags verstärkt vegetarische Speisen aus der Region an. Auch in Bremen wird schon verstärkt Werbung für fleischlose Ernährung gemacht.

Mitten im Wahlkampf zur deutschen Bundestagswahl im Herbst 2013 sorgen die Grünen mit ihrer Forderung, öffentliche Kantinen dazu zu verpflichten, einmal pro Woche ausschließlich vegetarische oder vegane Mahlzeiten anzubieten, für Aufregung. Kritiker wittern Bevormundung und setzen auf die "Mündigkeit der Verbraucher". Der FDP-Bundestagsabgeordnete Lars Lindemann ging sogar so weit, einen Vergleich zur NS-Zeit zu ziehen: Auf seiner Facebook-Seite veröffentlichte er ein mit dem Logo der Grünen versehenes Propagandabild der Nazis, auf dem eine Mutter ihren Kindern Vollkornbrot anbietet. Darunter war die Aufschrift "Eßt Vollkornbrot - denn es ist besser und gesünder" zu lesen. Mittlerweile wurde das Bild entfernt. Angesichts dieser ablehnenden Haltung innerhalb der Bevölkerung muss man sich auch als Vegetarier oder Veganer fragen: Macht es Sinn, das Problem mit der Brechstange anzugehen und andere Leute zum Konsum fleischloser Alternativen zu zwingen? Dies ist fraglich, denn zum einen ist der Erfolg des Vorstoßes keineswegs garantiert: Wer unbedingt Fleisch möchte, der bekommt auch Fleisch, wenn auch nicht immer in einer öffentlichen Kantine. Zum anderen ist eine größere Akzeptanz der vegetarischen bzw. veganen Lebensweise eine Voraussetzung dafür, dass der weltweite Fleischkonsum reduziert werden kann, weil die breite Masse nur dann bereit sein wird, sich mit den Hintergründen fleischloser Ernährung zu beschäftigen und entsprechende Alternativen auszuprobieren. Dass man durch weitere Vorschriften eine größere Akzeptanz erreichen kann, scheint unwahrscheinlich - auch wenn es nur um einen Tag in der Woche und nur um öffentliche Kantinen geht. Was ist Ihre Meinung zum Veggie-Day? Hinterlassen Sie einen Kommentar - unkompliziert und anonym.

Buchtipp

Jonathan Safran Foer - Tiere essen

Tiere Essen Cover
Inhalt
In dem Buch "Tiere Essen" (Originaltitel: "Eating Animals") beschreibt der Autor Jonathan Safran Foer den Alltag in der Fleischindustrie. Nach drei Jahren Recherche kommt Foer zu einem ernüchternden Ergebnis: 99 Prozent unseres Fleisches stammt aus Massentierhaltung. Das Bild von der glücklichen Kuh auf der Almwiese, das noch in vielen Köpfen verankert ist, ist eine Illusion. Die traditionelle Landwirtschaft kann den Fleischbedarf auf der Welt nicht decken und hat somit gegen die wachsende Fleischindustrie keine Chance.
Aber nicht nur Tierleid ist eine Folge des übermäßen Fleischkonsums. Wie auch oben erwähnt (siehe: Ausbeutung der Entwicklungsländer und Subventionspolitik) sind viele gesellschaftliche Probleme und Umweltzerstörung mit Fleischverzehr verbunden. Des Weiteren bestätigt Foer die These, dass vegetarische Ernährung sehr gesund sei - auch für Kinder - und dass Vegetarier im Durchschnitt länger leben.
Daten
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
ISBN: 3-462-04044-8
Seiten: 352
Erscheinungsdatum: 19.08.2010
Preis: ca 20 Euro
weiterführende Links
Interview mit Jonathan Safran Foer - Zeit Online
Englisches Interview mit Jonathan Safran Foer - Youtube
Hintergründe zum Buch - Spiegel Online
Inhalt "Tiere Essen" - ZDF Online
Buch kaufen auf Amazon
Englisches Original auf Amazon
Seite zuletzt bearbeitet am: 27.10.2013 15:12:51


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04-06-2013 00:35:51 von Gabriele C. Müller

Kommentar: Danke.
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11-01-2012 08:55:32 von anni

Kommentar: hallo
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Kommentar Header

11-01-2012 08:54:52 von Annicool

Kommentar: Ich finde es sehr gut dass sich Leute dafür einsetzen damit es weniger Massentierhaltung gibt! :)
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