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Wilderei

Wilderei ist besonders in vielen Ländern Afrikas und Asiens ein großes Problem, da dort noch viele Tierarten leben, deren Körperteile auf dem Schwarzmarkt sehr begehrt sind. Hinzu kommt, dass die Bevölkerung in vielen Staaten dieser Erdteile verarmt ist. Einige Menschen riskieren daher harte Strafen und töten Tiere ohne Erlaubnis - mit schwerwiegenden Folgen für die Biodiversität. Zahlreiche Arten sind durch die Wilderei schon ausgestorben oder vom Aussterben bedroht, weil Wilderer weder Rücksicht auf den Gefährdungsstatus der Arten noch auf deren Schonzeiten und Quoten nehmen. Nicht nur geht dadurch Vielfalt verloren, vielerorts hängt wirtschaftlicher Wohlstand maßgeblich von der Präsenz prominenter Tierarten ab, so zum Beispiel in vielen Ländern Afrikas.
Auch in Europa wird Wilderei praktiziert, beispielsweise von Bauern, die ihr Vieh vor Raubtieren wie Wölfen, Bären, Luchsen u.ä. schützen wollen, von Jägern, die auf geschütztes Wild schießen, weil sie den Konkurrenzkampf fürchten oder von Leuten, die es auf Trophäen abgesehen haben.

Wilderei ist demnach ein internationales Problem, egal ob "nur" als Eingriff in fremdes Jagdrecht oder um den großen Coup am Schwarzmarkt zu landen.

Beispiele für durch Wilderei bedrohte Arten

deutscher Name (lat.) Vorkommen Anzahl IUCN Gefährdungsstatus
Östlicher Gorilla (Gorilla beringei) Ost-Kongo, Uganda, Ruanda ca 4.000 1 CR (Berggorilla) / EN (östl. Flachlandgorilla)
Sumatra-Tiger (Panthera tigris sumatrae) Sumatra (Indonesien) ca 400 CR
Spitzmaulnashorn (Diceros bicornis) östl. und südl. Afrika ca 4.000 CR
Jaguar (Panthera onca) Mittel- und Südamerika (außer Chile, Uruguay) ca 15.000 NT
Südchinesischer Tiger (Panthera tigris amoyensis) China (?) 2 0 - 30 2 CR

1: Der Term "Östlicher Gorilla" bezeichnet eine Art. Darunter fallen sowohl Berggorillas (Gorilla beringei beringei) als auch östliche Flachlandgorillas (Gorilla beringei graueri). Berggorillas sind besonders gefährdet (Critically Endangered).
2: Der Südchinesische Tiger könnte in freier Wildbahn bereits ausgerottet sein, da zuletzt im Jahr 1964 ein Exemplar gesichtet wurde. Die Organisation Safe China's Tigers versucht nun in einem ehrgeizigen Projekt Jungtiere, die in Zoos geboren worden sind, an das Leben in der Wilndnis zu gewöhnen, sodass sie ausgewildert werden können.

Wilderei in Afrika

Steigender Wohlstand in Asien führt leider unweigerlich zu einer ehröhten Nachfrage nach Elfenbein und Horn des Nashorns. Diese Entwicklung gibt den Wilderern einen größeren Anreiz, diese Produkte zu beschaffen, obwohl den Kriminellen strenge Strafen drohen. Besonders in Südafrika, Simbabwe und Kenia hat man Wilderei nicht unter Kontrolle. Verschiedene Quellen berichten, dass im Jahr 2010 in Südafrika ca 300 Nashörner illegal getötet wurden. Nun will man der Krise mithilfe von GPS-Sendern, mit denen man die jederzeit die genaue Position der Tiere feststellen kann, Herr werden.

Die Elfenbeinwilderei hat zwar ihren Höhepunkt bereits in den 1980-er Jahren erlebt, doch noch immer ist die Nachfrage nach dem Material besonders in Asien recht hoch. Siehe dazu auch: Afrikanischer Elefant - Verhältnis zum Menschen. Im beliebten Touristenziel Kenia fallen beispielsweise zahlreiche Elefanten Wilderern zum Opfer. Die Kriminellen kommen - wie ich im Gespräch mit einem Safari-Guide erfahren durfte - häufig aus dem benachbarten Somalia und schleichen sich bei Vollmond in die Parks, um dort die Tiere mit Blasrohren oder Bögen zu treffen, denn Schusswaffen wären zu laut und würden wohl die Aufmerksamkeit der Wildhüter erregen. Den Tieren werden verschiedene Arten von Betäubungsmitteln injiziert, sodass die Wilderer das Horn des Nashorns bzw die Stoßzähne des Elefanten absägen können. Die Tiere werden danach sterbend liegen gelassen.

Ein beispielloses Elefanten-Massaker im Nationalpark Bouba Ndjida im Nordosten Kameruns machte Anfang 2012 immer wieder Schlagzeilen. Bereits mehr als 400 Tiere sollen von bewaffneten Wilderer-Banden getötet worden sein, der Bestand des gesamten Parks ist in Gefahr. Für nähre Informationen und weiterführende Links siehe:

Elefantenmassaker in Kamerun: heftige Gefechte (15.03.12)

Kamerun: 200 Elefanten in wenigen Wochen getötet (17.02.12)

Einen weiteren erschreckenden Fall von Wilderei meldeten die Behörden Simbabwes Ende September 2013. Im größten Nationalpark des Landes, dem Hwange-Nationalpark, wurden mehr als 80 tote Elefanten gezählt. Sie verendeten an einer Zyanidvergiftung. Wilderer hatten Böden, auf denen die Tiere grasten, mit dem Gift angereichert und sorgten so nicht nur für ein massives Elefantensterben, sondern nahmen auch den qualvollen Tod vieler anderer Tiere billigend in Kauf. Neun Personen konnten festgenommen werden (Quelle: derstandard.at - Mehr als 80 Elefanten in Simbabwes größtem Nationalpark vergiftet, zuletzt zugegriffen am 27.10.2013).

Leider sind das keine Einzelfälle. Der WWF geht von zehntausenden von Elefanten aus, die Jahr für Jahr Wilderern zum Opfer fallen, die deutsche Tier- und Artenschutzorganisation Pro Wildlife schätzt die Zahl auf 30.000 (siehe: prowildlife.de - SOS für Elefanten). Tatsächlich lässt sich die Zahl nur abschätzen, doch wie hoch auch immer sie sein mag: Jedes gewilderte Tier ist eines zu viel! Dramatisch ist auch der seit Jahren zu beobachtende Anstieg der Nashornwilderei in Südafrika. Nach Angaben des WWF fielen im Jahr 2005 13 Nashörner Wilderern zum Opfer, 2012 waren es bereits 668!

In Afrika haben die Ranger bzw. die Parkaufsichtsbehörden aber oftmals nicht nur mit dem Problem zu kämpfen, dass sich in vielen Nationalparks Tiere aufhalten, die bei Wildererbanden äußerst beliebt sind (Nashorn und Elefant). Leider befinden sich manche Parks in Gebieten, in denen sich Aufständische aufhalten, wodurch es den Rangern quasi unmöglich gemacht wird, wirksam gegen Wilderei vorzugehen. Ein Beispiel hierfür ist der in Lawrence Anthonys Buch "The last rhinos" angesprochene Garamba-Nationalpark im Norden der Demokratischen Republik Kongo. Dieser ist Heimat der berüchtigten Lord's Resistance Army, jener paramilitärischen Organisation, die spätestens durch die Kampagne "Kony 2012" für ihre Brutalität bekannt wurde. Noch aussichtsloser scheint die Situation im ostkongolesischen Virunga-Nationalpark, einer der letzten Zufluchtsorte für die vom Aussterben bedrohten Berggorillas. Die Ranger sind der doppelten Bedrohung durch Wilderer und Rebellen nicht gewachsen, immer wieder kam es in den letzten Jahren zu blutigen Auseinandersetzungen, die zahlreiche Opfer auf Seiten der Parkaufsicht forderten.

Die größte Bedrohung für die Ranger bleiben aber die Wildererbanden selbst: In Südafrika, dem Land mit der weltweit größten Nashornpopulation, wird Wilderei mit bis zu 15 Jahren Gefängnis geahndet. Kein Wunder also, dass die Täter nichts dem Zufall überlassen wollen und es immer wieder zu Feuergefechten kommt, wenn Ranger die Täter ertappen. Die Hintermänner machen sich die Hände freilich nicht schmutzig: Sie bleiben im Hintergrund, organisieren Transport und Handel und profitieren selbst am meisten von diesem blutigen Geschäft.

Wilderei in Asien

Das begehrteste Tier für die Wilderer in Asien ist der Tiger. So gut wie alle Körperteile der Raubkatze können gewinnbringend verkauft werden. Die Gründe für die große Nachfrage liegen zum Teil in der traditionellen chinesischen Medizin: Im "Reich der Mitte" gelten sowohl Tigerknochen als auch der Tigerpenis als potenzfördernd. Mit wachsendem Wohlstand in den asiatischen Schwellenländern wird außerdem die Nachfrage nach Tigerpelz- und Fleisch steigen. Bis heute sind drei Tiger-Unterarten ausgestorben: der Java-Tiger, der Bali Tiger und der Kaspische Tiger. Weitere Unterarten, darunter zum Beispiel der Sumatra-Tiger, stehen kurz vor der Ausrottung und könnten nur durch umfassende Schutzmaßen gerettet werden.

Tiger sind wie auch alle anderen asiatischen Großkatzen im CITES-Anhang I aufgelistet. Das bedeutet, dass sowohl das Töten der Tiere als auch der Handel mit deren Körperteilen international verboten ist. Das heißt, auch in der chinesischen Medizin dürften die angeblichen Heil- bzw Potenzmittel nicht verwendet werden. Doch gerade weil die Großkatzen so streng geschützt sind, erzielen sie am Schwarzmarkt einen hohen Preis.

Mittlerweile gibt es Tigerfarmen in China und anderen Staaten Südost-Asiens. Doch durch die Aufzucht von Tigern ist das Problem der Wilderei nicht gelöst. Um zu vermeiden, dass es zu Inzucht kommt, brauchen diese Farmen immer wieder Nachschub aus einem anderen Genpool. Eine weitere Anlaufstelle für asiatische Wilderer ist der thailändische Tigertempel Wat Pha Luang Ta Bua, der sich weniger als 200 Kilometer westlich von Bangkok befindet. Getarnt als Schutzeinrichtung für verwaiste Tiger ist das Kloster in Wirklichkeit Schauplatz von unermesslicher Tierquälerei und in den illegalen Handel mit Tigern involviert. Da hier nur relativ junge Tiger gehalten werden können, werden immer wieder neue Jungtiere benötigt. Die älteren Exemplare werden dann häufig nach China verkauft und in Tigerfarmen gesteckt. Jeder Besucher des Tigertemples muss sich also bewusst sein, dass er im Grunde Wilderei in Asien unterstützt.

Lösungen - Was man gegen Wilderei tun kann

  • Viele Umweltschutzorganisationen unterstützen lokale Projekte gegen Wilderei. Mit Ihrer Spende können verschiedene Projekte für gefährdete Tierarten durchgesetzt werden.
  • Verzichten Sie auf Urlaubssouvenirs, die aus Körperteilen gefährdeter Arten erzeugt werden. Damit reduzieren Sie den finanziellen Anreiz für Wilderer!
  • Haben Sie etwas Verdächtiges entdeckt? Melden Sie dies den zuständigen Behörden, Aufmerksamkeit zahlt sich aus!
  • Teilen Sie diese Informationen! Nur wenn eine breite Bevölkerungsschicht über das Problem Bescheid weiß, kann auf lange Sicht etwas erreicht werden!

Für Einzelpersonen ist es selbstverständlich schwierig, etwas gegen ein globales Problem wie die Wilderei unternehmen zu können. Wichtig wäre aber auf jeden Fall, andere Leute aufzuklären und ihnen zu mehr Vorsicht beim Kauf von Souvenirs zu raten, denn trotz der jahrzentelangen Präsenz des Themas in den Medien scheinen sich viele ihrer eigenen Verantwortung noch nicht bewusst zu sein.

Interessant ist aber vor allem die Frage, wie mit beschlagnahmtem Gut umgegangen werden soll. Immer wieder liest man von Elfenbeinverbrennungen, die zum Ziel haben, potenzielle Wilderer abzuschrecken. In den letzten Jahren wurden solche Aktionen beispielsweise in Kenia, in Gabun und in der Zentralafrikanischen Republik vorgenommen. Doch was wäre, wenn man das Elfenbein auf den Markt wirft? Das Angebot würde steigen, der Preis könnte in weiterer Folge sinken und die Wilderei wäre weniger lukrativ. Andererseits verpasst man so die Gelegenheit, ein wirksames Zeichen zu setzen. Was halten Sie von solchen Aktionen? Teilen Sie doch Ihre Meinung als Kommentar - unkompliziert und völlig anonym!

Seite zuletzt bearbeitet am: 30.12.2013 15:33:17


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18-05-2016 08:53:49 von der dicken Gertrud

Kommentar: Ich bin eh breiter als ihr !!!!!!!
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18-05-2016 08:53:44 von LateinHater

Kommentar: Ich hab gleich kein Bock auf Latein!!!
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18-05-2016 08:52:31 von Penetrator3000

Kommentar: nick ist ein hurensohn
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18-05-2016 08:45:25 von Peter Lustig

Kommentar: hallo Max, hast du schon alle meine sendungen geguckt? kann ja mal zu mir in den himmelkommen
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18-05-2016 08:42:44 von isaac newtoon

Kommentar: halts maul albert.
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18-05-2016 08:39:33 von möbius

Kommentar: ist echt so albert
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18-05-2016 08:36:29 von Albert Einstein

Kommentar: Aufgrund der Relativitätstheorie würde ich sagen, dass die Seite SCHEISSE ist.
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18-05-2016 08:34:00 von Max Mustermann

Kommentar: Hi Peter Lustig ich bin dein größter Fan
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18-05-2016 08:33:03 von Peter Lustig

Kommentar: Diese seite ist echt geil!!!!
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18-05-2016 08:32:59 von peter

Kommentar: hi
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18-05-2016 08:31:06 von Max Mustermann

Kommentar: Kommentar
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18-05-2016 08:30:36 von Max Mustermann

Kommentar: Kommentar
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18-05-2016 08:30:02 von Max Mustermann

Kommentar: Susiiiiii wo bist du?
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18-05-2016 08:29:29 von Max Mustermann

Kommentar: Jo leute ja heyyyy
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18-05-2016 08:28:23 von Max Mustermann

Kommentar: Erdkunde ist laaaaangweilig
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04-06-2015 16:06:48 von AnnaBella

Kommentar: Etwas viel aber dafür sehr genau Sie hat mir jedenfalls sehr gut geholfen
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01-03-2015 14:57:28 von gerty

Kommentar: Wilderei in Afrika ist zwar sehr schrecklich, dass finde ich auch, aber ich mein \"wer hat denn die Wölfe und Bären ausgerottet?\". Wir Europäer sind nicht besser. Wir sollten erst einmal schauen, wie wir wieder zu Wölfen kommen und dann nach Afrika schauen.
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26-02-2015 19:35:23 von yellow

Kommentar: Ich finde Wilderei schrecklich! Es wird geschätzt, das in spätestens 40 Jahren die erste Elefantenart vollkommen ausgestorben ist! Ich finde es toll, dass ich jetzt weiß, was ich gegen Wilderei tun kann! :D
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23-12-2012 14:53:59 von Admin

Kommentar: @Julic7: Vollkommen richtig. Dabei ist aber auch zu beachten, dass der Schutz bedrohter Tierarten unter Umständen Armut reduzieren kann, da unberührte Natur Touristen aus aller Welt anlockt. Dadurch entstehen auch neue Arbeitsplätze, da Menschen als Wildhüter, Touristenguides, Hotelangestellte usw. arbeiten können. Zwar können sich ein paar wenige durch Wilderei einen finanziellen Polster verschaffen, aber langfrsitig setzen sie die wirtschaftliche Entwicklung ihres Landes aufs Spiel.
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23-12-2012 05:30:19 von Julic7

Kommentar: Wen wir die die wilderei stoppen wollen müssen wier auch an dem armuts problem arbeiten da viele menschenaus armut die risiken und die strafen auf sich nehmen. Aber vorallem töten sie aus disem grund.
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17-09-2012 08:22:55 von opü

Kommentar: die welt der drachen ;D
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17-09-2012 08:22:54 von opü

Kommentar: die welt der drachen ;D
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